SCHLÄGER

Schläger

Um den Vorgang zu vereinfachen, und nicht von der Flut der Informationen erschlagen zu werden, sollte man die Analyse des Schwunges untergliedern. Viele Autoren empfehlen hierzu Checklisten, anhand derer man jedes Detail einzeln überprüfen kann. Der Brennwert dieser Listen liegt jedoch meist erheblich über deren Gebrauchswert. Ich kenne außerdem niemanden, der solche Listen – mit teilweise über 50 Stichpunkten – tatsächlich im Unterricht einsetzt, denn hierzu sind Zeit wie Geduld des Schülers einfach zu knapp.

Verfahren wir also nach dem Prinzip Feuerzangenbowle und stelle mehr uns doch mal ganz dumm: Wonach richtet sich der Ball, wenn er entscheidet, wohin er fliegt? Da Golfbälle nur eine limitierte Intelligenz besitzen, sind sie nicht in der Lage, zu beurteilen, ob sich beispielsweise der Körper des Spielers ordnungsgemäß um die Achsen gedreht hat, die in der aktuellen Golfschwung-Theorie gültig sind. Sogar die Tatsache, dass sie vom Spieler im Treffmoment nicht angeschaut werden, scheint einigen Bällen völlig egal, wie das Beispiel David Duvall zeigt. Ob der Schläger den Ball jedoch offen trifft oder sich ihm auf einer zu steilen Bahn nähert, merkt der Geschlagene sehr wohl.

Wenn ich also Ball wäre und auf dem Weg zum Loch möglichst selten geschlagen zu werden hoffte und außerdem vor die Wahl gestellt würde, von einem Spieler mit perfekter Körperbewegung oder von einen mit perfekter Schlägerbewegung geschlagen zu werden, zöge ich letzteren grundsätzlich vor.

Auf Grund dieser einfachen Überlegungen beginnt die BISK-Analyse bei der Schwungbeobachtung mit dem Schläger – und zwar vom Treffmoment an rückwärts. Dies bedingt natürlich eine Videokamera. „Aber die hat doch nicht jeder“, höre ich den Anwalt der mittellosen Pros einwenden. Einspruch abgelehnt; denn ich bin sicher, dass die Zeiten, in denen gemeine Mallorca-Touristen videotechnisch besser ausgestattet sind als durchschnittliche Golfpros, spätestens in diesem Jahrhundert zu Ende gehen werden. Wenn der Schläger also zu steil oder zu offen an den Ball kommt, interessiert mich als Nächstes, wann er das erste Mal steil oder offen war. So fällt es leichter, Ursachen zu entdecken. Die immer noch populäre Methode, Ursachen zuerst zu beobachten – und zwar in der Ansprechposition –, und sich dann auf die Suche nach den Auswirkungen zu machen, wird zwar täglich immer noch tausendfach praktiziert, dadurch aber nicht weniger unsinnig.

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