BALLFLUG
Der vorherrschende Ballflug muss als Erstes bestimmt werden. Hierbei gibt es immer ein Muster, auch wenn Schüler auf die Frage „Was sind Ihre typisch schlechten Schläge?“, oft antworten: „Bei mir kommt eigentlich alles vor.“
Selbst Pull-Hooks und Push-Slices können gemeinsam auftreten und weisen z.B. auf einen Schläger hin, der kurz vor dem Treffmoment flach und vorne ist (Todes-Position). Wirklich widersprüchliche Ballflüge wären Push-Hooks im Wechsel mit Pull-Slices oder Treffer mit der Spitze im Wechsel mit Sockets. Doch das kommt in der Praxis mit fortgeschrittenen Golfern eigentlich nie vor.
Bei der Ballfluganalyse darf man sich nicht auf den Schüler verlassen; selbst einstellige Handicapper und sogar Pros sind oft nicht in der Lage, ihren Ballflug zu analysieren. Wer zum Beispiel zeitlebens starke Draws geschlagen hat, der sieht einen geraden Ball oft als Fade.
Gefährlich ist auch unsere Neigung, das zu sehen, was wir sehen möchten: Wir beobachten den Schwung des Schülers und diagnostizieren gleich einen Reverse-Pivot.
Von jetzt an nehmen wir nur noch die Ballflüge waren, die diese Diagnose unterstützen. Passen einige Bälle nicht zu unserer Diagnose, erklären wir sie für einmalige Ausrutscher. Wahrnehmung ist kein objektiver Vorgang – völlig zu Recht heißt es „für wahr nehmen“ oder „sich ein Bild machen“.
Wer sich bei nicht eindeutigen Fällen vor allzu großer Subjektivität schützen will, sollte zunächst ausschließlich den Ballflug beobachten und eventuell sogar die Ballflüge notieren, um die Häufigkeit gewisser Fehlschläge beurteilen zu können.
Anschließend sollten die Beobachtungen mit denen des Schülers abgeglichen werden. Dies gilt vor allen Dingen dann, wenn die eingangs geäußerte Beschreibung des Schülers nicht mit unseren Beobachtungen übereinstimmt.
Beispiel: „Sind wir uns einig, dass Ihre Bälle momentan eher slicen, auch wenn sie Ihrer Meinung nach sonst meist als Draw fliegen?“


Discussion Area - Leave a Comment